Dienstag, August 12, 2008
Auf dem Olymp
Während Hambüchen knapp an der Medaille vorbeiturnt, Phelps zum Gold schwimmt und die Chinesen die Ranglisten anführen parken Panzer vor dem Pressezentrum in Peking. Keine Angst, es droht keine Gefahr! Zumindest so lange nicht, bis tatsächlich mal etwas passiert. Doch was könnte schon passieren in Peking? Ich schaue in das Gesicht von George Dubble-U Bush, der lässig von der Tribüne das Fähnchen schwingt und vergesse, dass er wohl zwischen Olympia-Besuch und Abendessen beim Kreml anrufen wird um dem ein wenig zu drohen. Abzug aus Georgien, sonst setzt´s was! Was die Russen da in Georgien treiben ist schlimm, es findet sich auch auf allen Titelseiten unserer Zeitungen, aber wer kann sich jetzt schon darauf einlassen. Man muss jetzt den Deutschen die Daumen drücken. Hin und hergerissen von Sport und Politik ist es nicht leicht Olympia ganz unpolitisch zu betrachten. Was 1972 in München der Terror war ist heute der Tibet-Konflikt und die Menschenrechtsdebatte in China. Wozu noch turnen, schwimmen und rudern, wenn man es nicht mit gutem Gewissen tun kann. Wer den Chinesen eine Goldmedaille wegschnappt muss sich doch furchtbar fühlen. But the Show must go on. Und die Show ist wirklich gut. Die Chinesen holen alles aus der Trickkiste hervor was geht. Beifallklatscher auf den Tribünen fördern die gute Stimmung. Wie würde das denn aussehen, in der großen weiten Welt, an den Bildschirmen der Spaßgesellschaften, wenn in China keiner jubelte. Nicht auszudenken. Glücklicherweise sind wir, aus dem Westen, leicht einzulullen und wir lassen uns gerne auf ein so schönes Sportfest ein, vergessen auch mal was da politisch so läuft und genießen gerne das Olympische Feuerwerk made in China - auch wenn es nur eine Fälschung ist.
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