Montag, Oktober 13, 2008
Gelackmeierte Stifter
Tatataaaatataa tatataaaaatata. Der Ehrenpreis der Stifter des deutschen Fernsehpreises geht an Marcel Reich-Ranicki. Tatataatata. Der Zuschauer ist durch die TV-Einspielungen, Ausschnitte aus dem Literarischen Quartett, und die rührselige Musik bereits darauf eingestellt einige Tränen bei der nachfolgenden Preisverleihung durch den Laudator Thomas Gottschalk an unseren geliebt-gehassten aber vor allem gefürchteten Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki zu vergießen. Gottschalk hilft dem 88-jährigen sanft beim Treppensteigen, er sieht wirklich gebrächlich aus. Am Pult lässt er ihn alleine und dann kommt es. Wusch!!! Die Zuschauer trauen ihren Ohren nicht. "Möchte niemanden beleidigen - alles Blödsinn - kann ich nicht annehmen - ich gehöre nicht hierher" Es ist nicht zu fassen. Er lehnt den Preis nicht einfach nur ab, nein, er möchte ihn mit aller Gewalt "von sich werfen, jemandem vor die Füße werfen". Wütend ist er, weil er "so viele Stunden diesen Blödsinn ertragen musste". Versteinerte Gesichter im Zuschauerraum. Das gab es noch nie. ...
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